Das schwarze Unheil

Interludium - Ausschweifungen

Kloppernikus, Runa und Borann schlenderten durch die Straßen von Cerilight in Irrisen. Etwas ziellos und immer den Wein in gläsernen Flaschen in der Hand kamen sie bald an den Marktplatz. Direkt an der Straßenecke am Anfang des Marktplatzes stolperten sie in eine Taverne und waren überrascht, als sie Seraphina sahen, die rücklings auf dem Tresen lag, den Mund offen direkt unterm Zapfhahn und sich genüsslich bediente. “Hey Sera, gibste uns auch was ab?”, fragte Borann scherzend und Seraphina drehte den Zapfhahn zu, richtete sich auf und begrüßte ihre Kumpanen fröhlich. Sie tranken ein paar Bier und gingen dann wieder auf den Marktplatz.

Borann meinte, er wollte seine Axt reparieren lassen, daher ging er in eine Gnomenschmiede. Roh wie er ist, rammte er seine Axt in den Tisch und erregte damit die Aufmerksamkeit der gesamten Schmiede. “Das muss repariert werden!”, rief er und schmiss ein paar Silberstücke auf den Tisch. “Ich brauche einen Ersatz, solange meine Axt hier ist.” Zwei Gnome nahmen eine eiserne Zweihandaxt von einem Waffenständer, trugen sie, unter dem Gewicht fast zusammenbrechend, über ihrem Kopf zu dem Barbaren und sagten etwas eingeschüchtert zu Borann: “Das kostet ein Silber pro Tag.” Bestätigend schnaubte Borann und nahm den zitternden Gnomen mit einer Hand die Axt ab. Der Chef der Werkstatt stieg auf den Tisch, sah sich die Axt aus der Nähe an und bot Borann an, sie nicht nur zu reparieren, sondern zu verbessern, indem er eine Dampfmechanik einbaut. “Damit kannst du noch stärker zuschlagen!”, erklärte der Ingenieur. Nickend bestätigte Borann und legte noch ein paar mehr Goldstücke auf den Tisch.
Runa ging zum Ingenieur und entschuldigte sich für das Benehmen ihres Mitreisenden. “Er meint es nicht so böse, wie es klingt”, erklärte sie und der Ingenieur gab mit einem Lachen zu verstehen, dass er ihm schon verzeihen würde. “Könntet ihr euch auch einmal meine Armbrust ansehen?”, fragte Runa nach und reichte ihm ihre Armbrust des Suchens. Begeistert nahm der Gnomingenieur die kleine Handarmbrust und sagte: “Wow, so eine wollte ich schon immer mal sehen. Es wäre mir eine Ehre. Ich könnte sie um ein Magazin erweitern, sodass ihr 7 Bolzen zugleich laden könnt, und außerdem ein halbautomatisches Abzugssystem einbauen.” – “Das wäre super! Vielen Dank!”, bestätigte Runa fröhlich und gab dem Schmied einige Goldstücke. “Wir kommen bald wieder, um die Waffen abzuholen”, sagte Runa, als sie zusammen mit Borann die Schmiede verließ.

Seraphina, und Kloppernikus gingen währenddessen in einen Weinladen. Kloppernikus ging zum Tresen, während Sera und Runa sich in den Regalen umsahen. “Ich brauch’ Wein in gläsernen Flaschen”, sagte er ein bisschen lallend dem alten Elfen, der in Roben gekleidet hinter dem Tresen stand und ihn anlächelte. Freundlich antwortete der Elf: “Sehr wohl, mein Herr. Was genau sucht ihr denn?” Kloppy blinzelte und kramte in seinem Rucksack, nahm eine Flasche mit einem Rest Wein darin, und reichte sie dem Weinhändler. “Nochmal was davon.”, bat Kloppernikus. Seraphina stellte sich neben Kloppernikus und während der Händler den Wein probierte, machte sie eine kurze Geste, die den Händler sofort einnicken ließ. Er knallte mit der Stirn auf den Tresen und verwirrt blickte Kloppy Seraphina an. Diese zögerte nicht lange und steckte sich jeden Menge Wein in gläsernen Flaschen in die Tasche. Kloppernikus tat es ihr gleich und die drei verließen den Laden mit Weingefüllten Taschen.

Sie schlenderten also trinkend weiter durch die Straßen und einige Ecken weiter hatten sie schon zwei Flaschen Wein geleert. “Ist irgendjemand schon angetrunken?”, fragte Runa völlig nüchtern ihre Kumpanen, die nach vorne und hinten torkelnd lallend antworteten: “Neee…”. Runa kicherte und die drei gingen weiter vom Marktplatz weg.

In einer Gasse sahen sie einen vermummten Menschen, der vor einem Tisch stand und ihnen mit einer Geste zu verstehen gab, dass die drei zu ihm kommen sollten. “Traut ihm nicht.”, meinte Runa trotz des Weines geistesanwesend. Der Mann war ein Glücksspieler und bot den dreien an, 1 Goldstück für ein Hütchenspiel einzusetzen. die drei willigten ein, legten je ein Goldstück auf den Tisch und der Mann fing an. Er legte drei große Nussschalen auf den Tisch, nahm eine Erbse und legte sie unter eine der Schalen und fing an wie wild die Schalen zu tauschen und blitzschnell hin und her zu bewegen. Runa konzentrierte sich stark und sah, wie der Hütchenspieler die Erbse mit einer geschickten Bewegung in seinem Ärmel verschwinden ließ.
“Wo ist die Erbse?”, fragte der Hütchenspieler fordernd. Seraphina lallte: “Ich setze links.” und zeigte auf die linke Nuss. “Ich setz’ rechts”, meinte Kloppy. “Ich zieh meine Armbrust”, rief Runa, zog blitzschnell ihre bereits geladene Handarmbrust aus ihrer Tasche und drückte den Abzug. Der Pfeil traf den Betrüger direkt ins Herz und er sank in sich zusammen. Verwirrt blickten Kloppy und Seraphina zu Runa runter. Diese sprang mit einem Satz auf den Tisch und erklärte: “Er hat betrogen.” Sie kramte im Ärmel des Spielers und holte die Erbse heraus. “Lasst ihn uns irgendwo loswerden. Vielleicht hat er ja auch noch etwas Geld für uns.”, fuhr sie fort, sprang wieder vom Tisch herunter und die drei zogen die Leiche durch die Gasse und versteckten sie hinter einem Kistenstapel. Aus seinen Taschen holten sie ein paar Goldstücke, jedoch nicht viel und sie verließen die Gasse in Richtung Hauptstraße, als sei nichts gewesen.

Nach ein paar weiteren Flaschen Wein und nachdem Borann wieder zu ihnen gestoßen war, machte die Gruppe Halt in einer Taverne. Sie bestellten sich eine ausreichende Anzahl Zimmer und Runa, Kloppy und Borann verschwanden auch direkt in den Ihren. Eine wunderschöne Halbelfin machte jedoch Seraphina auf sich aufmerksam und Seraphina gesellte sich zu ihr. Charmant umgarnte sie die Schönheit und verschwand schließlich mit ihr in ihrem Zimmer.

Der nächste Morgen.
Die Sonne schien durch die halbgeschlossenen Vorhänge vor dem Fenster und erhellte das Zimmer. Seraphina öffnete die Augen, ihr Kopf dröhnte und pochte und sie hielt sich die Stirn, als sie versuchte sich an den gestrigen Abend zu erinnern. Die schöne Halbelfin, die nackt in ihren Armen lag, half ihrer Erinnerung auf die Sprünge und sie lächelte zufrieden. Sie drehte sich behutsam, um ihre Liebhaberin nicht zu wecken, stand von ihrem Bett auf und zog sich einen Morgenmantel , den sie im Kleiderschrank gefunden hatte, an. Müde ihre Augen reibend trat sie aus ihrem Zimmer und begegnete auf dem Flur Runa, die gerade auf dem Weg nach unten war. “Frühstück?”, fragte Runa und Seraphina nickte. Borann und Kloppy saßen schon am Tisch. Die Vier gönnten sich ein ausgiebiges Katerfrühstück, das sie von dem vom Glücksspieler erbeuteten Geld bezahlten. Seraphina kokettierte mit ihrer gestrigen Liebschaft und die drei scherzten und lachten über die Ereignisse ihrer Ausschweifungen.

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