Das schwarze Unheil

Gefährten - ein Fluch?

Der Rest der Nacht verlief ruhig. Seraphina und Fia wechselten sich mit der Wache ab, damit Seraphina auch noch etwas Schlaf bekommen konnte.
Am Morgen packten die Gefährten ihre Sachen ein und machten sich weiter auf den Weg Richtung Syrantula See. Sie unterhielten sich über Runas magische Fähigkeiten, Sen’Jis Kampfkünste und ihre Mission, den Kurnugia-Kommunikationsorb nach Kaer’Maga zu bringen.

Als sie den Sanoswald, der sich links von ihnen befand, fast hinter sich gelassen hatten, wurden sie erneut von Goblins angegriffen. Routiniert kämpften sie gegen die grünen Waldkreaturen. Seraphina beförderte einen Goblin mit einem schwungvollen Hieb der Sense in den Yondabakari, als sie sich umdrehte und ihren Augen nicht traute. Sen’Ji kämpfte mit einem Goblin, holte mit seinem Katana aus und führte einen starken Hieb gegen Fia, die unter dem Ruck zu Boden ging.
An die Situation in Wartle mit Wyssal erinnert, griff Seraphina ihre Sense fester, spurtete auf Sen’Ji zu, der schon sein Katana erhob, um es der wehrlosen Fia in die Brust zu treiben. “Verräter!”, schrie sie, als sie ihm die rechte Hand, in der er das Katana hielt, mit einem Sensenschwung abtrennte. Sen’Ji brüllte vor Schmerz und hielt sich seinen blutenden Arm, als sein Katana zu Boden fiel. Seraphina, von tiefer Wut angetrieben, trat dem wehrlosen Entwaffneten gegen die Brust, sodass er das Gleichgewicht verlor und auf dem Rücken liegend, sein Gesicht angsterfüllt, versuchte, sich mit seinen Füßen nach hinten wegzudrücken. “Ich kann das erklären!”, rief er verzweifelt, doch Seraphina verlangte keine Erklärung, sondern Genugtuung. Sie drückte mit ihrem Stiefel gegen die Kehle des Verräters, blickte kurz zu Fia und sagte: “Sieh nicht hin.” Diese drehte sich zur Seite, nahm ihr Schwert und rappelte sich auf. Sie blickte Seraphina in die Augen und bedeutete ihr damit, sie solle Gnade zeigen. Seraphina schüttelte den Kopf, drehte sich wieder zu Sen’Ji und Fia wandte sich ab, um Runa zu unterstützen den Rest der Goblins zu bekämpfen.
Seraphina blickte hasserfüllt in die Augen des bärtigen Mannes, der verzweifelt versucht, ihren Stiefel von seiner Kehle zu drücken. Den Groll über Wyssals Tod auf Sen’Ji projizierend ging sie in die Knie, zückte ihren Dolch und flüsterte: “Falsche Zeit, Falscher Ort.” und schnitt ihm langsam eine Wunde entlang seiner Kehle. Das Blut quoll aus seinem Hals und Sen’Ji hauchte röchelnd sein Leben aus.

Die Goblins waren vertrieben und die Abenteurer verloren auf dem Weg weiter nach Whistledown kein Wort über die Tat.

Auf der Ebene hinter dem Sanoswald entdeckten sie eine kleine Holzhütte, die verwüstet war. Die Tür stand offen, also beschlossen die drei, sich das ganze einmal genauer anzusehen.
Wie sie bald feststellten, war dies die Hütte, von der der Elf Ileath sprach, denn sie fanden einen reich verzierten Dolch aus schwarzem Stahl, den Seraphina einsteckte. Die Wände der Hütte waren behangen mit Bannern auf denen das Lamashtu-Emblem eingenäht war. Auf dem Schreibtisch, der in der Zimmerecke stand fand Fia einen Brief, der von Leridox Medusa geschrieben wurde und an Sen’Ji addressiert war.
“Er war ein Assassine. Von den Kultanhängern.”, sagte Fia zu Seraphina und Seraphina nickte. “Danke, dass ihr mich gerettet habt.”, fuhr sie fort. Gefühlskalt nickte Seraphina und wandte sich ab.
Stumm verließen sie die Hütte, stiegen auf ihre Rösser und setzten ihre Reise Richtung Whistledown fort.

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