Das schwarze Unheil

Niedergang

Nachdem sich die drei Abenteurer gut erholt, ihre Reisevorräte aufgefüllt von Tuck ein paar Pferde bekommen hatten, machten sie sich auf den Weg nach Kaer’Maga. Ihr Weg würde sie entlang des Yondabakari über Wartle und Whistledown, quer über den Syrantulasee und durch Abben führen.
Der erste Teil ihrer Reise war recht ruhig, im Gegensatz zu den aufregenden Ereignissen der letzten Reise und sie kamen eines Abends bei Sonnenuntergang in Wartle an, dem kleinen Dorf, dessen Gebäude gänzlich auf Holzstützen standen. Die gesamte Stadt ist auf der Gabelung des Yondabakari gebaut und wenn man auf den hölzernen Bohlen auf dem Marktplatz stand, konnte man das Wasser unter seinen Füßen rauschen sehen.

Müde von der Reise fragten sie in einem Gasthaus nach drei Zimmern für die Nacht. Die Ruhe der Reise hielt nicht lange vor, denn während sie im Gasthaus waren und eine Mahlzeit genossen, hörten sie plötzlich Schreie von draußen.
Die drei sprangen auf, liefen nach draußen und sahen, wie krabbelndes Ungeziefer, groß wie Wölfe, sich über die Dorfbewohner hermachten. Braune Chitinplatten klapperten aufeinander, die Kieferzangen trieften von durchsichtig grünem Gift und die Augen der Ungeheuer funkelten tiefgrün. Alle Dorfbewohner, die es noch rechtzeitig schafften, versteckten sich in ihren Häusern. Reflexartig zog Seraphina ihre Sense, Fia ihre Armbrust und Wyssal ihren Dolch, den Dorfbewohnern zur Seite zu stehen.

Seraphina sprintete auf einen Käfer zu, der gerade versuchte seine scharfen Mandibeln in das Fleisch einer jungen Frau zu bohren. Gerade noch rechtzeitig traf die scharfe Klinge ihrer Sense das Insekt am Bauch und sie schleuderte es hoch in die Luft. Grünes Blut schoss aus der Wunde, die die Sense im harten Chitinpanzer hinterlassen hatte. Die Frau stieß sich panisch mit ihren Füßen nach hinten ab und floh panisch hinter einen Kistenstapel.
Wyssal lief in die Mitte des Dorfplatzes und wurde von zwei Kreaturen überrascht, die sich hinter ihr durch den Holzboden schlugen und sich auf sie stürzten. Mit ihrem Dolch konnte sie sich jedoch zur Wehr setzen und bohrte die Waffe zwischen zwei Chitinplatten, als das Insekt mit seinem triefenden Maul direkt vor Wyssals Gesicht stehen blieb. Die Mandibeln klapperten aneinander und sorgten für einen Luftzug, den Wyssal noch an ihrer Nase spüren konnte. Sie trat das Monstrum von sich herunter und wandte sich zu dem zweiten Insekt, das kurz darauf einen Schrei ausstieß, denn ein stählerner Bolzen sauste durch den harten Panzer der Bestie und der Druck riss sie zur Seite. Wyssal blickte zur Seite, und sah Fia, die ihr mit noch angelegter Armbrust zunickte.
Wyssal stutze plötzlich, als sie sah, dass ein Insekt, noch dreimal größer, als die Ungeziefer gerade eben, hinter Fia über ein Hausdach krabbelte. Es hatte am Hinterleib einen großen Sack, der unheilvoll giftgrün schimmerte. Die Kieferklauen des Monstrums klapperten und ließen grüne Flüssigkeit das Dach herunterfließen. Als es mit einem lauten Geräusch das Dach heruntersprang, drehte Fia sich um und machte einige eingeschüchterte Schritte rückwärts. Sie steckte ihre Armbrust weg und zog Relfgars Schwert aus der Scheide.
Wyssal drehte sich um und sah, dass Seraphina ebenfalls mit einem der großen Insekten kämpfte. Seraphina lag am Boden und war in Bedrängnis. Wyssal rannte zu ihr und versuchte die Aufmerksamkeit der Kreatur auf sich zu lenken. Die Kreatur wandte sich schwerfällig von Seraphina ab und stampfte auf Wyssal zu, sodass die Bodenbretter nur so knackten. Seraphina sprang auf, nahm ihre Sense in die Hand und schnitt mit einem gekonnten Hieb den Sack am Hinterleib auf und die grüne Flüssigkeit ergoss sich über den Boden. Ein drittes Insekt krachte von unten durch den Holzboden. Wyssal warf einen Blick zu Fia und sah sie in Bedrängnis. Zu der großen Kreatur waren noch 2 weitere kleine Insekten gekommen. Sie rief Seraphina zu: “Hilf du Fia, ich kümmer mich um dieses hier!” Seraphina nickte und rannte über den Platz zu Fia, um ihr zur Seite zu stehen. Ihre Sense schnitt durch Chitin und Haut und die kleineren Insekten gingen unter lautem Kreischen zu Boden. Fias Schwert traf die Bauchplatte der großen Kreatur, die sich direkt vor ihr aufgebäumt hatte. Das Monstrum kippte nach hinten und Fia sprang auf, um mit einem Stoß den Panzer am Bauch zu durchdringen und das Schwert in der Wunde zu drehen, was das riesige Insekt veranlasste, sich wild zu schütteln. Fia versuchte, sich auf der Kreatur zu halten, aber sie konnte der schieren Kraft des Monsters nicht widerstehen, flog seitwärts vom Bauch herunter, verlor den Griff des Schwertes und dieses sauste durch die Luft. Es blieb in einer Hauswand stecken. Als sich die große Kreatur wieder aufrichten wollte, nutzte Seraphina die Gelegenheit und bohrte ihre Sense in den Nacken des Monstrums. Es schrie laut auf und erschlaffte schließlich.
Fia lief zu ihrem Schwert und kletterte auf einen Stapel Fässer, um es sich wiederzuholen.
Wyssal geriet währenddessen weiter in Bedrängnis. Neben Seraphina krachte ein weiteres großes Insekt durch den Boden und machte sich auf den Weg zum Brunnen in der Mitte des Platzes. Es legte den schweren Sack am Hinterleib auf die Brunnenmauer und fing an, grüne Flüssigkeit in den Brunnen des Dorfes zu pumpen.
Seraphina blickte auf Wyssal, die unter dem schweren Monster begraben versuchte, die scharfen Mandibeln von sich abzuwenden. Sie musste sich entscheiden. Das Leben ihrer Gefährtin Wyssal oder das Leben des gesamten Dorfes.
Sie festigte den Griff an ihrer Sense und rannte los. Im Lauf sprang sie in die Luft, klammerte ihre Sense noch fester und schwang sie durch die Haut des Insektes. Grünes Blut umfloss sie, als sie geschickt wieder auf dem Holzboden landete. Sie richtete sich schnell auf und Tränen flossen ihr in die Augen, als sie sah, wie sich die scharfen Mundwerkzeuge des Insektes in Wyssals Bauch bohrten und sie vor Schmerz aufschrie. “Vergebt mir.”, flüsterte sie in sich hinein, als sie sah, wie Wyssal ihr Leben aushauchte. Fia konnte nicht schnell genug bei ihr sein. Mit einem wütenden Schrei schwang sie ihr Schwert im Lauf gegen das Monstrum, das sich über Wyssal hermachte. Mit der durch Wut verliehenen Kraft schnitt das Schwert sogar durch das Chitin am Kopf und ließ das Monstrum erschlaffen, das Wyssal dann unter sich begrub.
Außer Atem und fassungslos standen beide vor der Leiche des Insekts. Langsam nur lockerte sich der Griff der beiden an ihren Waffen und sie ließen sie sinken. Sie blickten sich an, beide den Tränen nah. Dann sah Fia zum Brunnen und sagte zu ihrer Gefährtin: “Es ist besser so.”

Nachdem sie sich von Wyssal verabschiedet hatten, empfingen die Dorfbewohner sie und bedankten sich für diese Heldentat, indem sie ihnen ein Amulett schenkten. Das Amulett der Desna zeigt den Spielern auch unterirdisch die Himmelsrichtungen und ihren genauen Standort an. Geistesabwesend und in Gedanken bei Wyssal nahmen sie die Belohnungen und Huldigungen entgegen. Zurück im Gasthaus zogen sich beide in ihre Zimmer zurück, um über das Geschehene nachzudenken und um ihre gefallene Gefährtin Wyssal zu trauern.

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