Das schwarze Unheil

Ravenmoor - Der Ursprung des Übels

Langsam und vorsichtig schritten die Abenteurer in die runde Halle, etwa 60 Fuß im Durchmesser, und erstarrten schnell, als sie in die Mitte der Halle blickten. Von drei Kerzen umgeben, die sich entflammten, als die Abenteurer auf sie zu schritten, befand sich dort ein violett leuchtender Kreis mit abyssischen Runen. Inmitten dieses Kreises war ein steinerner Altar mit einem Anblick, der Wyssal und den anderen die Furcht ins Gesicht trieb:
Eine schwangere Frau, entblößt und auf den Altar gekettet. Ihr Bauch aufgeschlitzt. Und lag in einer Lache aus dunkelrotem Blut. Ihr Ungeborenes auf einem Tisch daneben. Leer von Leben und Frei von jeder Seele, mit starrem, stummem Schrei und vor der Gewissheit des Todes aufgerissenen Augen lag die Frau da.
Seraphina, Fia und Wyssal rührten sich nicht. Einige Momente standen sie stumm da, bis sie jäh aus ihren Gedanken gerissen wurden. Ein schwarzer, dampfender Schleim schoss auf Wyssal zu, dem sie gerade noch ausweichen konnte. – “Was war das?!” rief sie, kurz bevor ein weiteres dunkles Geschoss auf sie zuflog. Hektisch sahen sie die drei um, und sahen eine Kreatur schnell über die Wände des Raumes huschen.

Mit geübten Handgriffen nahm sich Fia ihre Armbrust vom Rücken und fing an, einen Bolzen zu laden. “Gebt mir Deckung!”, rief sie und Wyssal und Seraphina stellten sich schützend um sie. Die Kreatur schoss erneut seinen schwarzen Glibber auf die drei, verfehlte jedoch. Fia legte an und fing an zu zielen. Sie zog die Armbrust hinter dem Schatten hinterher, den sie über die Wände huschen sah. Sie kniff die Augen zusammen und der Bolzen schnellte aus der Waffe. Wie von Abadar gesegnet flog er und traf das Scheusal am Bein, das kurz darauf zu Boden fiel, was Seraphina und Wyssal dazu veranlasste, zu ihm zu stürmen und die Kreatur daran zu hindern, sich wieder in die Dunkelheit der Decke zu verkriechen. Als sie näher kamen konnten sie das Etwas genauer sehen. Wie ein in schwarze Flüssigkeit gehülltes Skelett zappelt die Kreatur auf dem Boden, in der Hand ein Speer und der lange, knochige Schweif am Ende spitz wie eine Klinge. Es war ein Dämon, der die Abenteurer dort angriff. Ein Babau-Dämon, der offensichtlich von den Kultanhängern der Lamashtu herbeibeschworen worden ist. Der Dämon rappelte sich wieder auf, der Bolzen noch in seinem Bein, doch er wurde von einem mächtigen Hieb von Seraphinas Sense wieder auf den Boden geschleudert. Die Klinge der Sense schnitt durch das, was bei einem diesseitigen Lebewesen das Fleisch gewesen wäre. Der Babau rappelt sich auf, stößt einen schrillen Schrei aus und weicht zurück.

Hastig läuft er in die Mitte der Halle und fängt an wild zu gestikulieren. “Er zaubert! Haltet ihn auf!”, rief Wyssal. Sie spurteten der Kreatur hinterher, doch kamen sie zu spät, denn auf ihrem Weg begann plötzlich der Boden zu beben und sich zu teilen. Verunsichert blieben sie stehen und versuchten, das Gleichgewicht zu halten.

Der Boden spaltete sich in viele, zentriert angeordnete Plattformen, fast wie eine riesige Treppe bildeten sie einen Aufstieg zur mittleren Plattform, die am allerhöchsten angestiegen war. Ganz oben stand nun der Dämon und beschoss die Abenteurer erneut mit seinem Ätzenden Schleim, während sie die Treppenstufen nach oben sprangen. Die verfehlten Geschosse bildeten Pfützen, die sich unter heftiger Dampfentwicklung in den Stein fraßen. Agil und geschickt wichen die drei dem Säurehagel aus und gelangten schließlich nach oben, wo Wyssal und Seraphina der Kreatur zwei Hiebe verpassten, die der Dämon jedoch geschickt mit seinem Speer abwehrte. Den Schwung der Parade nutzend schwang der Babau seinen Speer in Richtung Seraphina und streifte ihre Hüfte. Die schwarze Beschichtung griff ihr Fleisch sofort an, und ließ sie aufschreien.
Von seinem Schwung war der Babau nun aber abgewandt von Fia, die die Gelegenheit nutzte und ihr Langschwert in die Seite des Dämonen krachen ließ. Lautes Kreischen ertönte und der Dämon sank in die Knie. Die Flüssigkeit, die sich um seine Knochen wand, wurde immer grauer und blasser und erstarrte schließlich, bis die Kreatur seinen Speer fallen ließ. Er trocknete aus und zerfiel zu einem grauen Knochenhaufen. Seraphina hob den Speer auf und sagte: “Ich denke… den kann ich noch gebrauchen.”, als die drei sich erschöpft vom Kampf über die Brücke zu einem Korridor schritten, von dessen Ende sie schon frische, oder zumindest frischere Luft spüren konnten, als hier in den dunklen, modrigen Katakomben der Kathedrale von Ravenmoor.

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